Intervention

Mit Intervention wird im Projekt Beethovens Werkstatt eine von drei Grundformen der Textualisierung bezeichnet. Sie besteht in Veränderungsmaßnahmen (Variantenbildung) innerhalb eines bereits vorliegenden Textes. In der Intervention agiert der Komponist selbstkritisch. Er stellt ein vorhandenes Notat in Frage, betrachtet es als kompositorisches Problem und ist bemüht, dieses Problem durch Variantenbildung zu lösen. Interventionen manifestieren sich in der Skriptur durch Um-Schreibungen, Streichungen, Verweiszeichen, Überklebungen, etc. Sie sind demnach immer mit mehr oder weniger stark ausgeprägten expliziten und impliziten Metatexten verbunden, die als graphische Auffälligkeiten (Textnarben) unmittelbar ins Auge fallen. Im Unterschied zu regulär progressiv niedergeschriebenen Textpassagen (Progression) sind die aufgrund von Intervention entstandenen Textnarben reich an genetischen Informationen. Allerdings sind diese zwei Formen der Textualisierung (Progression und Intervention) häufig in der Skriptur so ineinander verschachtelt, dass man sie nicht eindeutig differenzieren kann.
Weitere Grundformen der Textualisierung sind Progression und Redaktion.

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