Digitale Methoden
Beethovens Werkstatt verbindet genetische Textkritik mit digitalen Methoden. Die untersuchten Schreibprozesse werden nicht nur beschrieben, sondern als Daten erfasst und in eigens entwickelten Anwendungen sichtbar gemacht. Grundlage ist die Codierung der Notentexte im Format der Music Encoding Initiative, verknüpft mit den digitalen Faksimiles.
Dafür nutzt das Projekt etablierte Standards und Werkzeuge der digitalen Musikedition, teils in engem Austausch mit deren Entwickler*innen, und hat eigene Anwendungen geschaffen, allen voran die VideApps. Viele der Werkzeuge stammen aus dem Umfeld des Virtuellen Forschungsverbunds Edirom.
Das Schema zeigt, an welcher Stelle der Arbeit welche Standards und Werkzeuge zum Einsatz kommen. Die Einträge darunter erläutern, worum es sich jeweils handelt, wofür das Projekt es nutzt und wo die Ergebnisse auf dieser Website zu finden sind.
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Erfassen
Digitalisate der Quellen, Taktzählung, Vergleich von Druckplatten
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Codieren
Notentext, Schreibprozesse und Verknüpfung mit dem Faksimile
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Prüfen
Korrekturlesen der Codierung
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Transformieren
Daten für die Darstellung aufbereiten
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Darstellen
Notentext und Prozesse im Browser zeigen
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Veröffentlichen
Daten, Anwendungen und Ergebnisse nachnutzbar machen
Standards und Technologien
- XMLExtensible Markup Language
Auszeichnungssprache für strukturierte Daten. MEI, TEI und SVG sind XML-Formate.
- MEIMusic Encoding Initiative
XML-Format zur Codierung von Musiknotation und zugehörigen Metadaten. Das Projekt codiert darin Notentexte und Schreibprozesse und hat dafür ein Modell zur Codierung textgenetischer Prozesse erweitert.
- TEIText Encoding Initiative
XML-Standard zur Codierung von Texten, nach dessen Vorbild MEI entwickelt wurde.
- SVGScalable Vector Graphics
XML-Format für Vektorgrafiken. Das Projekt erfasst damit die einzelnen Zeichen auf den Faksimiles („SVG-Shapes“) und verknüpft sie mit der MEI-Codierung.
- Stand-off Markup
Auszeichnung, die getrennt vom ausgezeichneten Text gespeichert wird und auf ihn verweist.
- IIIFInternational Image Interoperability Framework
Standard für die Bereitstellung und den Austausch digitaler Bilder, etwa von Faksimiles.
- XSLTExtensible Stylesheet Language Transformations
Sprache zur Umwandlung von XML-Daten. Im Projekt werden in allen Phasen XSLT-Skripte geschrieben, um Codierungen aufzubereiten und für die Darstellung umzuwandeln.
- HTML und CSS
Grundlagen jeder Website: HTML beschreibt Inhalt und Struktur, CSS die Gestaltung. Auch die Anwendungen des Projekts laufen im Browser.
Eingesetzte Software
- Verovio
Software, die MEI-Codierungen als Notentext darstellt. Sie erzeugt die Notenansichten in den Prototypen und VideApps.
- CollAna
Werkzeug zum optischen Vergleich von Faksimiles. Im 3. Modul für den Druckplattenvergleich zu op. 73 eingesetzt.
- Edirom Online
Software zur Präsentation digitaler Musikeditionen. Das Projekt setzt sie immer wieder für die interne Arbeit ein, um Werke und ihre Quellen inhaltlich zu erschließen, etwa mit einer Taktzählung.
- mei-friend
Webbasierter Editor für MEI-Dateien mit gleichzeitiger Notenansicht. Im Projekt zum Korrekturlesen der Codierungen genutzt.
- MEI Score Editor (MEISE)
Editor für MEI-Dateien mit Notenansicht, entwickelt im Rahmen von DARIAH-DE und inzwischen veraltet. Zu Beginn des Projekts zum Korrekturlesen genutzt.
- Code-Editoren
Programme zum Schreiben und Prüfen von Codierungen und Transformationen, im Projekt vor allem der oXygen XML Editor und inzwischen auch Visual Studio Code.
- eXist-db
XML-Datenbank. Auf ihr beruht die Schnittstelle (API), über die die VideApps ihre Daten abrufen; die Daten werden dafür aus dem GitHub-Repositorium des Projekts übernommen.
- GitHub
Plattform für Quellcode und Daten. Dort liegen die Repositorien des Projekts.
- Docker
Software, die Anwendungen samt ihrer Umgebung als Container-Abbilder (Docker-Images) verpackt. Das Projekt stellt seine Anwendungen zunehmend auf diese Weise bereit.
- Zenodo
Repositorium zur dauerhaften Archivierung von Daten und Publikationen mit DOI.
Eigene Werkzeuge
- VideApps
Die im Projekt entwickelten Anwendungen zur Darstellung der Ergebnisse, je eine für die Fragestellung eines Moduls.
- Facsimile Explorer (FX)
Im 4. Modul entwickeltes browserbasiertes Arbeitswerkzeug: Schreibzonen anlegen, SVG-Shapes zuordnen, Transkriptionen verknüpfen und Korrektur lesen. Aus dem visuellen Verknüpfen erzeugt es automatisch MEI-Code, der direkt in GitHub gespeichert wird. Internes Arbeitswerkzeug, aktuell ausschließlich für das Projektteam nutzbar.
- Thulemeier
Im Projekt entwickelte Software, die MEI-Codierungen als diplomatische, also topographisch getreue Transkriptionen darstellt; eine Ergänzung zu Verovio.
- Liquifier
Im Projekt entwickelte Software für „fluide Transkriptionen“: Animationen, die zwischen diplomatischer und annotierter Transkription überblenden.
- Genetic Sandbox
Interaktive Umgebung zum Erproben von Variantenabfolgen und Schreibprozessen.
- Prototypen 1 und 2
Fallstudien des 1. Moduls zu op. 111 und op. 59/3, Vorläufer der VideApp.
- reViz und inViz
Visualisierungen von Rekonstruktionen bzw. Invarianzen am Beispiel von op. 75/2 (proof of concept).
- MusicDiff
Werkzeug zum Vergleich von MEI-Dateien, entstanden im Umfeld der VideApp-Arr.