MEI-Module

Das Datenformat MEI ist inhaltlich sowie technisch in mehrere Module gegliedert. Davon thematisiert jedes dieser Module einen speziellen Bereich.
Diese Struktur wird u. a. in der Kapitelaufteilung der MEI-Guidelines sichtbar, die diesen Modulen folgt: http://music-encoding.org/documentation/guidelines2013/chapters. Die Module und Inhalte werden in den Guidelines mit Beispielen genau beschrieben und definiert.
Der modulare Aufbau des Formats erlaubt es, bestimmte Bereiche der Auszeichnungsmöglichkeiten bei der Anwendung zu deaktivieren, was dazu führt, ein weniger umfangreiches Schema nutzen zu können. Dies wirkt sich konkret so aus, dass bestimmte Elemente und Attribute im Umgang mit MEI erlaubt oder nicht erlaubt werden. Es wird also ein Schema entwickelt, das nur projektspezifisch relevante Auszeichnungen unterstützt. Diese Zuschneidung des sogenannten Datenmodells geschieht wiederum in einer ODD-Datei.
Bislang gibt es kein eigenes Modul zur textgenetischen Auszeichnung. Praktisch stellt sich allerdings die Frage, ob die entwickelten Konzepte nicht besser auf die bestehenden Module 2 The MEI Header sowie 11 Editorial Markup aufzuteilen sind.

Es existieren bislang (Stand: Anfang 2015) die nachfolgenden Module. Die für Beethovens Werkstatt wichtigen werden kurz erläutert.

  1. Shared Elements, Models, and Attributes
    • Unverzichtbares Basismodul: stellt grundlegende Funktionen und Terminologien bereit.
  2. The MEI Header
    • Modul zur Auszeichnung von Metadaten, sogenannte „Kopfdaten” einer Datei („Daten über Daten”). Hier werden u. a. Quellenbeschreibungen und bibliographische Angaben hinterlegt.
  3. Functional Requirements for Bibliographic Records (FRBR)
  4. Common Music Notation
    • Dieses Modul definiert die Grundprinzipien der Common Western Music Notation, also der Notenschrift des späten 16. bis frühen 20. Jahrhunderts, die auch Beethoven nutzt.
  5. Mensural Notation
  6. Neume Notation
  7. Analytical Information
    • Hier werden analytische Auszeichnungsmöglichkeiten definiert, mit denen z. B. korrespondierende Noten (Wiederholungen, Verdoppelungen in einer anderen Stimme etc.) erfasst werden können.
  8. Common Music Notation Ornaments
    • Hier werden komplexere Notationsformen der CMN erfasst, welche in Modul 4 nicht mitbehandelt werden können. Denn Verzierungen stellen besondere Anforderungen an eine Codierung, da z. B. Verzierungsnoten bei der späteren Darstellung nicht in die Notenwertsumme eines Taktes eingerechnet werden dürfen. Dazu zählen z. B. Triller, welche als Symbol über oder unter einer Note angegeben sind.
  9. Musical Corpora
  10. Critical Apparatus
    • In diesem Modul werden Unterschiede zwischen Quellen beschrieben.
  11. Editorial Markup
    • Dieses Modul befasst sich mit Eingriffen in den Text, sowohl seitens des Komponisten bzw. des Schreibers (u. a. <add> / <del>) als auch des Editors (u. a. <supplied>).
  12. Facsimiles
    • Dieses Modul ermöglicht die Verknüpfung von Codierung und Faksimiles bzw. die Referenzierung von Ausschnitten in Faksimiles.
  13. Figures and Tables
  14. Harmony
  15. Linking and Alignment
  16. Vocal Text
    • In diesem Modul werden komplexere Auszeichnungsmöglichkeiten zur Textunterlegung definiert.
  17. MIDI
  18. Names and Dates
    • Mit diesem Modul wird eine komplexere Auszeichnung von Namen und Datumsangaben möglich.
  19. Performances
  20. Pointers and References
  21. Tablature Notation
  22. Text in MEI
  23. User-defined Symbols

Version 1.0.4