Publikationen in Modul 1: Variantendarstellung in symphonischen, kammermusikalischen und vokalen Werken

Digitale Fallstudien/Software

Texte

  • Dokumentation und Zwischenbilanz (2014–2017): Zu den Herausforderungen der Softwareentwicklung
  • Anleitung für die Oberfläche der beiden Fallstudien: Wie funktioniert der Prototyp?
  • Erläuterungen und Funktionsweise der VideApp-Var
  • Erkenntnisgrenzen: Schreibchronologie bei Orchestrierungsvarianten: ein Beispiel aus Beethovens Messe C-Dur op. 86
  • Abschlussbericht zu Modul 1

Eigene Veranstaltung mit Publikation

  • Expertengespräch zur genetischen Textkritik im Bereich Musik (26.–27. November 2015, Mainz)

Kurzdarstellung zu Modul 1: Variantendarstellung

Das zwei Jahre (2014–16) umfassende erste Modul beschäftigte sich mit Variantenbildungen in ausgewählten Werken Beethovens. Dazu wurden repräsentative Fallbeispiele aus den Gattungen Symphonie, Kammermusik, Klaviermusik und Lied ausgewählt. Untersucht wurden Textnarben mit Entstehungsvarianten in folgenden Werken: Klaviersonate c-Moll op. 111, Streichquartett C-Dur op. 59/3, Lied Neue Liebe, neues Leben op. 75/2, 8. Symphonie op. 93, Messe C-Dur op. 86, Duett mit zwei obligaten Augengläsern WoO 32. Als Quellen für die textgenetischen Untersuchungen dienten Beethovens Werkniederschriften. Bei einem Großteil der Werke konnte auf hochauflösende Digitalisate des Beethoven-Hauses zurückgegriffen werden.
Die genetische Analyse konzentrierte sich jeweils nur auf einen einzigen, mit mehreren Varianten befrachteten Abschnitt eines Arbeitsmanuskripts. Lediglich die textgenetische Aufarbeitung des Duetts mit zwei obligaten Augengläsern WoO 32 nahm einen vollständigen Satz in den Blick. Ziel des ersten Moduls war die Erfassung, Erforschung und Beschreibung sowie die digitale Darstellung von Beethovens Kompositionsstrategien unter verschiedenen Fragestellungen: Wie bzw. inwieweit kann man Schreibprozesse und deren Zeitlichkeit rekonstruieren? Mit welchen Methoden der genetischen Textkritik lassen sich Variantenbildungen erfassen und darstellen? Lassen sich Variantenbildungen klassifizieren und Arbeitsroutinen erkennen? Gibt es gattungsbedingte Unterschiede bei der Variantenbildung?
In der Auseinandersetzung mit den genannten Beispielen wurden unterschiedliche textgenetische Konzepte und damit einhergehend Möglichkeiten der digitalen Umsetzung entwickelt: Sie betreffen u. a. die Variantenabfolge, die zwischen Varianten bestehende Invarianz und die Rekonstruktion des Schreibprozesses.
Für die digitale Präsentation war die Erweiterung eines Modells zur Codierung textgenetischer Prozesse in MEI notwendig. Am Ende des ersten Moduls stand die Systematisierung und digitale Darstellung der bearbeiteten Fallstudien in der im Projekt entwickelten Anwendung VideApp-Var. Die terminologische Grundlage für diese Arbeiten wurde durch die Erstellung eines Glossars gelegt.