Progression

Unter Progression wird im Projekt Beethovens Werkstatt eine von drei Grundformen der Textualisierung verstanden. Ein Schreibprozess wird als Progression interpretiert, wenn ein vorhandener Text regulär fortgeschrieben wird und somit „störungsfrei“ anwächst. Ein progressiv erzeugter Textteil ist frei von Varianten und seine Skriptur ist deshalb auch frei von expliziten Metatexten, wie z. B. Durchstreichungen oder Über-Schreibungen. Allenfalls können implizite metatextliche Indikatoren (z. B. zufällig veränderte Tintenfarbe bzw. schwankende Intensität der Tintenfärbung) anzeigen, wo und welche Textsegmente innerhalb eines Dokuments progressiv vervollständigt oder weiterentwickelt worden sind. Eine dokumentinterne Progression liefert demnach nur wenige, oft sogar keinerlei Indizien, die Rückschlüsse auf den ihr zugrundeliegenden zeitlichen Verlauf des Schreibprozesses zulassen würden. Verfügt man aber über ein weiteres Dokument, in dem eine vorangegangene Textstufe greifbar ist, so lässt sich die zwischen beiden Dokumenten vollzogene Progression mehr oder weniger detailgenau rekonstruieren.
Weitere Grundformen der Textualisierung sind Intervention und Redaktion.

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