Maginalie

Eine Marginalie besteht aus einer am Seitenrand eines Dokuments oder am Rand eines Listeneintrags platzierten kurzen Anmerkung, der ein aufmerksamkeitslenkendes Zeichen vorangestellt ist. Eine Marginalie bezieht sich auf eine zumeist auf gleicher Zeilenhöhe im Haupttext angebrachte Änderungsmaßnahme. In der Regel vermittelt dabei ein spezielles Marginalzeichen (z. B. eine Kreuzmarke oder ein Nb (= nota bene)) zwischen dem Haupt- und dem Marginaltext. Der Marginaltext erläutert in verknappter Form die im Haupttext vorgenommenen, bzw. andernorts noch vorzunehmenden Änderungen. Der Marginaltext kann jedoch ganz fehlen, sofern die gewünschten Änderungen aus den Eintragungen im Haupttext hinreichend hervorgehen. Obwohl sich die Marginalie in diesen Fällen auf ein Marginalzeichen beschränkt, ist der notwendige Marginaltext über den Haupttext virtuell vorhanden.
Das beschriebene Verweisverfahren gilt nicht nur für autorisierte Änderungsmaßnahmen (siehe auch Monitum), die im Zuge eines Revisionsprozesses in einen Werktext eingebracht worden sind, sondern auch für passiv autorisierte und nicht autorisierte Textrevisionen. Als aufmerksamkeitslenkende Markierungen ermöglichen Marginalien eine schnelle, selektive Lektüre eines revisionsbedürftigen Werktextes.

Version 1.0.1