Implement

Die in einem Zieltext sachlich richtige Umsetzung eines Änderungsimperativs, der in einem Monitum gefordert wird, bezeichnen wir als Implement (lat. impleo: erfüllen, vollbringen, etwas vertraglich einlösen; nicht zu verwechseln mit „Implantat“).
In Bezug auf den Ausgangstext tritt das Implement im Zieltext als (1) Korrektur, (2) als Variante, (3) als sinnbewahrende Textpräzisierung, (4) als Optimierung der Schriftbildlichkeit oder aber (5) als paratextlicher Eingriff in Erscheinung (Klassifizierung von Änderungsmaßnahmen). Die Installierung eines Implements im Zieltext geschieht über eine der vier Textoperationen (Tilgung, Ersetzung, Erweiterung, Umstellung), die durch den Änderungsimperativ vorgegeben wird. Während ein im Zieltext handschriftlich integriertes Implement als solches durch die Skriptur metatextlich „markiert“ ist und somit seinen genetischen Ursprung als Revisionsmaßnahme erkennen lässt, werden die Herkunftsspuren eines Implements vollkommen gelöscht, sobald es in eine neue Werktextabschrift oder in eine Druckausgabe übernommen worden ist.
Revidierte Plattenauflagen enthalten gelegentlich erkennbare Spuren von Plattenüberarbeitungen, die auf ein Implement hinweisen. Da Plattenkorrekturen aber auch auf Stecher und Verleger zurückgehen können, geht nicht jede Plattenänderung auf ein Monitum des Komponisten zurück.

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